Seite 1 von 3 1 2 3 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 26

Thema: Restauration 96er SPI

  1. #1

    Restauration 96er SPI

    Hallo zusammen,

    Ich habe beschlossen, jetzt doch mal einen Thread zu meinem aktuellen Projekt zu starten, selbst wenn ich noch nicht genau weiß in welche Richtung das Projekt gehen wird.
    Theoretisch ist von Schlachtung bis Vollrestauration Alles drin, obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass ich eine Schlachtung über's Herz brächte (daher der optimistische Titel).

    Kurze Vorgeschichte:
    Im Jahr 2000 habe ich mein erstes eigenes Auto gekauft.
    Einen 96er SPI Modell BlueStar.
    In den letzten 15 Jahren habe ich mit dem Auto natürlich viel erlebt und es gab Höhen und Tiefen.
    Tiefen waren z.B. einige kleinere Blechschäden, irgendwann aber auch Wartungsstau und Rostprobleme.
    Teils durch motivierende Worte und Hilfe die ich hier gefunden habe, teils die Unterstützung von Minifreunden in der Umgebung, irgendwie ist er immer wieder auf die Straße zurück gekommen.
    Allerdings immer nur mit möglichst geringem finanziellen Aufwand und ab einem gewissen Punkt auch stark zu Lasten der äußeren Erscheinung.
    Aber Ich hänge an dem Kleinen und es war immer mein Traum ihn irgendwann wieder in seinem alten Glanz erstrahlen zu lassen.

    Als vor drei Jahren unsere Tochter geboren wurde und ich einen Job mit längerem morgentlichen Fahrtweg angetreten habe, habe ich den Mini abgemeldet und in einer trockenen Scheune untergestellt.

    Irgendwann im verlauf dieses Jahres habe ich entschlossen dass der Wagen vom Rumstehen in dieser Scheune nicht besser wird und es Zeit ist, "etwas" zu tun.
    Mein erster Gedanke war, alle Blecharbeiten privat machen zu lassen. Das bedeutete allerdings in jedem Fall, dass ich erst mal einen Platz bräuchte, wo ich einen zerlegten Mini aufbewahren könnte.
    Also habe ich mich umgehört und eine günstige Garage in der Umgebung mit Licht und Strom gefunden, in der sogar ausdrücklich das "Basteln" erlaubt ist.

    Ich habe also in den letzten Wochen erst mal eine Bestandsaufnahme gemacht.
    Ausgangszustand. Das linke Dreiecksblech hatte ich irgendwann mal selbst ausgetauscht und einige Stellen mit Brantho Kurrox behandelt. Das war die erste und bisher einzige Schweißarbeit die ich selbst getan habe. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden.


    Erst mal Musste Alles raus. Unglaublich wie viel Zeug in so einem kleinen Auto steckt...


    Dann wurden nach und Nach Roststellen aufgedeckt.

    Den vorderen Scheibenrahmen hatte ich mir schlimmer vorgestellt:


    Frontmaske ist dagegen genau im erwarteten Zustand.


    Rechtes Dreiecksblech nachdem ich auf die Rostblase geklopft habe:


    Schnell war klar dass ich nicht alle ausgebauten Teile einfach auf dem Boden stapeln kann, sonst versinkt die kleine Garage im Chaos.
    Also günstig ein paar Lagerregale besorgt. Unglaubliche 77cm tief und damit genial für große Teile.


    Das Dach hat ein paar Dellen die vor Jahren mal von ein paar Idioten ins Dach gehüpft wurden. Ich hoffe die lassen sich rausmassieren, auf ein neues Dach würde ich gerne verzichten. Sind zum Glück alle ohne scharfe Knicke.


    Seite ebenfalls. Als die entstanden ist habe ich Morgens einen dicken dreckigen Fussabdruck an der Seite gehabt. War rückblickend keine gute Gegend zum Parken...


    Der Fahrzeugboden hat diverse Flickstellen an den Seiten, die allesamt wieder neuen Rost angesetzt haben. An den Stellen wo die Sitze aufliegen sah der Boden merkwürdig eingedrückt und braun aus. Unterm Bitumen war der Grund schnell gefunden. An einigen Stellen stand in den Sicken unterm Bitumen sogar noch Wasser. Da wundert einen gar nix mehr.


    Auf beiden Seiten kleine Löcher in den Einstiegsleisten und Große im Fußraum. Das Problem des falschen Aufbockens ist bekannt und hier sieht man die Spätfolgen. Auch das Scharnierblech sieht von dieser Seite schon nicht gut aus.


    Von der Anderen Seite sieht man das Grauen aber noch besser. Unter dem Unterbodenschutz fand sich wieder ein aufgepunktetes "TüV-Blech". Damals gut gemeint aber natürlich nichts als ein Aufschub des Unvermeidlichen.

  2. #2
    Schauen wir mal unter den Stoßdämpferaufnahmen... um es positiv zu sagen: Da ist nichts mehr, was rosten könnte!


    Hintere Hilfsrahmenbefestigung ein einziges Flickwerk. mit dem Finger kann man hinter diesem Loch die Brösel ertasten...


    In den Seitentaschen auf beiden Seiten das gleiche Bild. Man kann sich denken wie es in den Innenschwellern aussehen dürfte...


    Zur Abwechslung habe ich zwischendurch mal eine Tür zerlegt. Das Haut und Boden durch waren, sah man schon von außen.
    Aber auch der Rahmen ist reichlich angegriffen (Hier der Schlossträger). Ich denke nicht dass es Sinn hat, hier den Rost aus den Ritzen zu pulen. Da müssen neue Türen her.

  3. #3
    So viel zum aktuellen Stand.

    Ersatzteile UND jemanden für die Arbeit zu bezahlen dürfte teuer werden.
    Platz und Werkzeug ist zwar nicht reichlich, aber zumindest ausreichend vorhanden.
    Zeit habe ich und Lust auf einen Ausgleich vom Bürojob sowieso.
    Erfahrung mit Blech habe ich wenig.

    Ich habe schon darüber nachgedacht, eine andere SPI Karosserie herzunehmen, weil Diese ja nun wirklich extrem viele Baustellen hat.
    Einen ganz anderen Mini (im Sinne von: anderen Brief, anderes Baujahr) aufbauen möchte ich nur ungern. Das wäre irgendwie nicht mehr mein Lucky.
    Und ich würde mich wahnsinnig ärgern, wenn ich meine Karosserie verschrotten würde (Platz reicht nicht für zwei) und dann nach und nach an einer Anderen genau die selben Probleme aufdecken würde.

    In der Oldtimer Praxis Blech heißt es, man soll bei einem Projekt mit dem schwierigsten Teil anfangen, dann merkt man gleich ob es überhaupt Sinn macht.

    Der schwierigste Teil wäre in diesem Fall meiner Meinung nach der Boden. Dieser ist wirklich an allen Ecken und Enden durch und schreit nach einer Runderneuerung.
    Ist es für den Einsteiger in so einem Fall sinnvoller Stück für Stück zu ersetzen, oder sind vorgefertigte Teilstücke besser?
    Die Bodengruppe gibt es ja zum Beispiel komplett mit Heelboard und Schwellern.

    Viele Grüße

    Kolja

  4. Na sooo wild ist es nun auch nicht.

    Schau Dir mal meine Restauration (siehe Signatur). Das war auch nichts anders. Aber ein paar Euros gehen da schon drauf.

  5. #5
    Hallo Michael,

    Deine Restauration habe ich mir schon sehr genau angesehen.
    Die meisten Stellen die ich da bei mir aufgedeckt habe, haben mich natürlich nicht wirklich überrascht.
    Wenn man hier eine Weile die Beiträge aufmerksam liest, weiß man schon sehr genau welche Stellen beim Mini rosten können.
    Zählt man die alle zusammen hat man eine vollständige Liste meiner Roststellen.
    Ist ja noch lange nicht alles freigelegt, ein paar Löcher werde ich also sicher noch finden.

    Auf euren Bildern sieht es immer so einfach aus. Was man nicht sieht sind die vielen Stunden die zwischen Vorher- und Nachherbild liegen und was alles getan werden musste damit die Bleche am Ende so schön passig zusammen waren.
    Das ist ja nun selbst bei original Blech kein Plug and Play.

  6. #6

    nackich machen...

    Wieder zwei Samstage vergangen und so langsam ist die Karre komplett zerlegt.

    Letzte Woche kam der vordere Hilfsrahmen raus.
    War mit zwei Personen absolut kein Problem.



    Heute hat sich der hintere Hilfsrahmen dazu gesellt. Dieses Mal ohne Helfer ausgebaut, was schon eine etwas größere Herausforderung war, aber durchaus machbar ist.



    Weil letzte Woche nach dem Rahmenausbau noch so viel Zeit war hab ich dann gleich das marode Blech an der Front rausgeschmissen. Die Innenkotflügel sind leider beide nicht mehr toll. Der Wagen hatte schon zwei mal kleine Frontschäden und beide Seiten sind ziemlich wellig und eingerissen.



    Ich bin heute mit der Drahtbürste den Innenkotflügeln zu Leibe gerückt um zu entscheiden ob die komplett neu werden oder nur teilersetzt.
    Ergebnis auf beiden Seiten:
    - Zum Windleitblech und Rückwand hinterm Rad sind noch gut. Ebenso um die Lüftungsdüsen (die ich eh zuschweißen werde)
    - Vordere Scharnierbleche sind stark angegriffen, da müsste man die Kante zum Dreiecksblech rekonstruieren.
    - Stoßdämpferaufnahmen wie bereits gezeigt total hin.

    Da die Dinger wie gesagt auch wellig und gerissen sind, will ich sie kompletzt rausschmeißen.
    Die Befestigung ist mir noch nicht an allen Enden einwandfrei klar und ich habe vermutlich noch nicht alle Schweißpunkte gefunden. Muss später noch mal die diversen Dokumentationen wälzen, wo dieses Teil überall fest ist.
    Falls jemand gutes Bildmaterial hat, wäre ich dafür sehr dankbar! Vielleicht lohnt es auch, irgendwo zwischen Windleitblech und Lüftungsdüse zu trennen und anzusetzen? Ich hab das Gefühl die Verbindung zur Leitblechecke könnte knifflig zu lösen sein...


    Am Ende des Tages hab ich dann noch ein wenig mit dem Schweißgerät gespielt. Die ersten Versuche waren katastrophal. Als ich gemerkt hab, dass das Schlauchpaket irgendwie verdreht war und dadurch der Draht nicht sauber lief sind auch mal ein paar gute Punkte entstanden.
    Insgesamt muss ich aber noch gaaaaanz viel üben bevor es ans Auto geht.


    Ich habe festgestellt, dass mein billiger Automatikhelm den ich vor Jahren gekauft habe nix taugt. Hatte nach dem ersten Schweißen einen blinden hellen Fleck vor Augen. Nicht doll aber genug um bei ausgeschalteter Maske das Loch im Blech nicht mehr sauber zu sehen.
    Hab mir daraufhin heute gleich was Ordentliches geordert. Augen wachsen nicht nach, das wäre am falschen Ende gespart.

    Als nächstes wird Blech bestellt und der vordere Hilfsrahmen gestrippt. Den brauche ich ja um alle Befestigungspunkte auszurichten. Eigentlich schade, der steht da so schön kompakt... Falls zufällig jemand einen unverzogenen Hilfsrahmen zu verleihen hat, wäre ich interessiert :)

    Außerdem wäre mir wohler, wenn ich zum Anpassen auch schon Türen hätte, damit das hinterher auch alles schön fluchtet und es keine bösen Überraschungen bei den Spaltmaßen gibt. Vielleicht sind meine ja auch doch noch zu retten? Weiter oben gibt es ein Bild von einer der kritischen Roststsellen am Schlossträger. Was meint Ihr, macht es Sinn da noch mit Blechstückchen zu puzzeln? Oder ist das wirklich eine extrem rostige Tür und wenn ich irgendwann eine Gebrauchte finde sind die Chancen gut dass sie besser ist?

  7. #7
    Mit neuer Automatikmaske ging es inzwischen zwei Wochenenden weiter mit dem Üben.
    Ich nenne jetzt einen gebrauchten Speedglas 9002X mein Eigen und ich muss sagen das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Kein Verblitzen, absolut perfekte Sicht und überhaupt nicht anstrengend für die Augen.

    Letzte Woche hab ich also etliche Punkte geheftet und dann auch mal zwei Bleche im Pilgerschritt auf Stoß verbunden. Bis auf einen kleinen Durchbrenner hat das sehr schön funktioniert. Ich hatte bewusst ohne Kupfer darunter gearbeitet um zu sehen wie gut das geht.

    Vorderseite:


    Rückseite:


    Ich finde das sieht schon gar nicht so schlecht aus. Was meinen die Experten?


    Heute ging es am Auto weiter, allerdings noch nicht mit dem Schweißgerät sondern mit Schweißpunktbohrer und Flex.
    Zuerst hab ich mal den vorderen Hilfsrahmen grob gereinigt und als Anhaltspunkt wieder eingebaut. Die Karosserie steht jetzt auf Böcken in einer sehr angenehmen Arbeitshöhe.


    Ich benutze so einen kleinen Kronenbohrer für die Punkte, was sehr gut funktioniert. Man erkennt das man durch das erste Blech durch ist, wenn ein Wölkchen rostfarbenen Staubs aufsteigt

    Der Innenkotflügel ist bis auf das obere Ende entfernt.


    Wie genau ich das oben auftrenne, abschneide anschweiße versuche ich hier zu klären.

    Es geht zwar immernoch sehr langsam voran, aber ich hab Spaß und lerne jeden Samstag dazu.

    Nächste Woche gibts vielleicht dann endlich die ersten Bilder bei denen es mehr anstatt weniger Blech wird ;)

  8. #8
    aber ich hab Spaß und lerne jeden Samstag dazu.
    Und ist das nicht das wichtigste an unserem Hobby?

    Mir gefällt Dein schrittweises Vorgehen. Und es sieht alles sauber aus :).


    Viel Spass und Erfolg noch!

    LG, Ide

  9. #9
    Am Anfang nicht viel wissen und am Ende Profi sein, so muss das sein
    Deine Schweißpunkte sind besser als von Fachleuten die das schon lange machen.
    Beim Punktschweißen mit Lochzange das Gerät ne Stufe stärker schalten und das Loch Kreisrund ausfahren.
    Habe ich vor ner Zeit ausprobiert.
    Kann nämlich aussehen wie der Weltbeste Schweißpunkt aber das untere Blech hats nicht anständig mit verbunden.
    Gruß Christoph

  10. #10
    Wie ist das mit den winzigen Löchern in der Mitte der Punkte?
    Sollte man die in einem zweiten Gang zuschweißen oder lieber bei der Nahtabdichtung schließen?

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Davids Mini Restauration (96er SPI)
    Von -dave- im Forum Projekte/Umbauten
    Antworten: 220
    Letzter Beitrag: 15.11.2017, 20:21
  2. 96er Balmoral Restauration in Planung!
    Von Mini96 im Forum Projekte/Umbauten
    Antworten: 69
    Letzter Beitrag: 19.07.2013, 21:38
  3. Restauration eines 96er mayfairs (neuer motor) ???
    Von Carlchen im Forum Projekte/Umbauten
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 08.03.2012, 19:19
  4. 96er SPI zu verkaufen
    Von Gast im Forum Mini verkaufen
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 28.04.2007, 12:06
  5. 96er SPI 63 PS
    Von lexe im Forum Mini verkaufen
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 18.05.2004, 15:06

Forumregeln

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •