Seite 1 von 3 1 2 3 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 22

Thema: Hinterachsrahmen - mal ne ganz andere Schraube abgerissen

  1. Hinterachsrahmen - mal ne ganz andere Schraube abgerissen

    Hallo zusammen,
    bin gerade dabei meinen verrotteten Hinterachsrahmen gegen einen guten Gebrauchten zu tauschen. Dieser wurde mal feuerverzinkt. Gute Idee, leider wurden die Bolzen, die die Halterungen zur Befestigung im Kofferraum aufnehmen, nicht ausreichend geschützt. Auf der einen Seite ist das Gewinde zugeschmiert und auf der anderen Seite ist das Gewinde abgerissen (beim Versuch die Mutter, die beim Verzinken wenige Umdrehungen aufgeschraubt war, zu lösen).
    Bin für Ideen auf beiden Seiten dankbar.
    Wenn mir jemand erklärt, wie man Fotos vom iPad hochladen kann, liefere ich diese auch gerne nach.
    Danke, Grüße
    Stefan

  2. #2
    Dabei seit
    08 2001
    Ort
    Schleswig-Holstein
    Beiträge
    2.032
    Ich würde den neuen Rahmen nicht einbauen. Das war keine gute Idee den feuerzuverzinken. Der hohe Wärmeeintrag bei dem Verfahren kann die Stabilität beeinträchtigen (weichgekocht). Die Probleme mit den Gewinden kommem noch dazu. Besser ist es den Rahmen zu lackieren und ordentlich mit Wachs oder Fett (z.B. Sanders) zu konservieren. Das muss man natürlich regelmäßig kontrollieren und ggfls. nachbessern,

  3. Hallo Horzi,
    Danke, den Aspekt habe ich noch nicht betrachtet. Da der alte Rahmen aber schon ziemlich sichtbar geflickt ist und erneut sehr verrostet, wird’s dennoch erstmal der „Weichgekochte“. Der macht insgesamt einen deutlich besseren Eindruck.
    Die noch vorhandene Schraube ist bereits gängig. Jetzt überlege ich noch, wie es mit der anderen Seite weitergeht.... Schaunmerma!

  4. #4
    Abgesehen davon, daß ich das mit dem feuerverzinken für übertrieben halte, halte ich den Einwand des "weichkochens" für lächerlich.
    Was bitte soll denn bei einem gut schweissbaren Feldwaldundwiesenstahl festigkeits/gefügemässig schon passieren? Welchen Gefallen täte sich denn ein Autobauer in einem geschweissten Fahrewerksteil einen Vergütungsstahl zu verwenden, der beim feuerverzinken weichgeglüht werden würde. Jeden Rahmen nach dem schweissen erst mal wärmebehandeln?
    Macht doch kein Mensch.

    Gruß. Martin.
    Jung sein ist doch keine Frage des Alters!

  5. #5
    Sry, aber das mit dem Weichkochen ist Humbug !
    Beim Feuerverzinken treten Maximaltemperaturen von weit unter fünfhundert ° C auf. In der Regel wird hier mit Temperaturen um die 420°C gearbeitet.
    Man geht aus Energieeinspargründen kein Grad höher als man unbedingt muß , um die riesigen Wannen mit Zink flüssig zu halten.
    Ich hab mir das mal bei GVN angeschaut und erklären lassen. Die Wannen dort waren so ca 2 x 2 x 10 Meter groß, da kann sich jeder ausrechnen wieviel Tonnen Zink dort 24 Std. täglich flüssig gehalten werden müssen.
    Anders sieht es bei großflächigen, geformten Dünnblechen (Kotflügel- Motorhauben etc.) aus. Hier kann es zu Verzug (Beulenbildung) kommen.
    Zum "verklebten" Schrauben lösen tut ein Schweißbrenner gute Dienste, kleinste Brenner und Hitze fein dosiert wirkt Wunder.

    Leo.

  6. Was immer eine technische Theorie auch korrekt (!)sagen mag, die Praxis bestätigte 1979 schon etwas anderes :

    --In den Rahmen waren vor der Verzinkung zum Gewindeschutz die Bolzen eingedreht. Dummerweise nicht bündig sondern überstehend.

    --Schlacke setzte sich am Ende an und sperrte beim Herausschrauben.

    --Bei gefühlt unter 30NM scherten die Bolzen reihenweise ab , weich !

    --Als Student kein Geld, also neue Muttern hineingetrickst und Rahmen montiert.

    --Sportfahrwerk erlaubte -theoretisch- sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten und Querbeschleunigungen, in der Praxis aber setzte die Verwindung des Rahmens --weil strukturell weich-- die Grenzen.

    Wie das nun mit metallurgischer Theorie zusammenzubringen ist wäre für Fachleute populärwissenschaftlich interessant.
    In der gelebten Praxis kann man dem Anwender trotz begrenzten Geldbeutels nur raten : "Nicht einbauen, oder nur 80% fahren".

    Andreas Hohls
    Alle Beiträge verstehen sich als rein sachliche Aussage und tolerieren Meinungen und Vorlieben eines Jeden, auch wenn sie konträr entgegenstünden.

  7. #7
    Ohne die Richtigkeit anzweifeln zu wollen, finde ich die Aussage von Herrn Hohls wirklich interessant!
    Es wäre für weitere Diskussionen wohl wichtig zu wissen, aus welchem Material die Hilfsrahmen bestehen (sollten) und wie hochwertig das verwendete Material tatsächlich ist.

    Hintergrund: Wir verwenden bei der Arbeit nahezu ausschließlich S235JR (ehemals ST37), also normalen Bau- und Maschinenstahl für den Bau von LKW-Hilfsrahmen. Teilweise werden diese auch feuerverzinkt. Eine Reklamation hatten wir bisher meines Wissens nicht, was mich ehrlich gesagt wundert, bei der Tonnage die unsere Kunden teilweise (über)laden. Ein "weichgekochter" Stahl würde sich im rauhen LKW-Alltag wohl sehr schnell verziehen, bzw. sofort brechen, was bei Materialfehlern tatsächlich hier und da auch mal passiert.

    Wollte ich nur schnell aus meinem Erfahrungspool mit beisteuern, bitte nicht als Argument für den Wiedereinbau des Hilfsrahmens nutzen!

  8. Na dann ist doch alles prima. 80% schaffe ich locker. Ein Rahmen der serienmäßig für max. 63PS ausgelegt ist trifft auf nur 41PS und ein Serienfahrwerk.
    Den Zusammenhang mit dem begrenzten Geldbeutel verstehe ich leider nicht, oder werden Verzinkungen kostenfrei angeboten? Das Einbauen gebrauchter und aufgearbeiteter Teile hat mehr damit zu tun, dass es sich hier um ein Hobby handelt. Der Weg ist das Ziel. Ein Auto zur Hälfte mit neuen Teilen aufzubauen und den Rest in der Werkstatt erledigen zu lassen entspricht nicht meinem Grundgedanken.
    Gut, jetzt habe ich viel über den Sinn und Unsinn des Feuerverzinkens gelernt und habe mir bei meiner eigentlichen Frage mittlerweile selbst helfen können.

  9. #9
    Dabei seit
    09 2007
    Ort
    Nahe Steyr/Österreich
    Beiträge
    2.522
    Trotzdem finde ich es interessant, daß Niclas 92 - aus dem Fach kommend - berichtet welcher Verwendung verzinkte Hi-Rahmen zu geführt werden ohne Probleme.
    Verzinken ist sehr verlockend, aber ich ziehe Pulverlackieren vor.
    Gruß aus luftiger Höh´ MINI 1.3 SPI Bj.1993 53 PS

  10. #10
    Zitat Zitat von Andreas Hohls Beitrag anzeigen
    Was immer eine technische Theorie auch korrekt (!)sagen mag, die Praxis bestätigte 1979 schon etwas anderes :

    --In den Rahmen waren vor der Verzinkung zum Gewindeschutz die Bolzen eingedreht. Dummerweise nicht bündig sondern überstehend.

    --Schlacke setzte sich am Ende an und sperrte beim Herausschrauben.

    --Bei gefühlt unter 30NM scherten die Bolzen reihenweise ab , weich !

    --Als Student kein Geld, also neue Muttern hineingetrickst und Rahmen montiert.

    --Sportfahrwerk erlaubte -theoretisch- sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten und Querbeschleunigungen, in der Praxis aber setzte die Verwindung des Rahmens --weil strukturell weich-- die Grenzen.

    Wie das nun mit metallurgischer Theorie zusammenzubringen ist wäre für Fachleute populärwissenschaftlich interessant.
    In der gelebten Praxis kann man dem Anwender trotz begrenzten Geldbeutels nur raten : "Nicht einbauen, oder nur 80% fahren".

    Andreas Hohls
    Das die Bolzen (Vergütungsstahl) nach dem Feuerverzinken weich waren ist nicht verwunderlich, weil ja das Zinkbad in die Anlasstemperatur vom Vergütungsstahl der Bolzen hineinreicht. Der nach dem verzinken "weiche" Hilfsrahmen war aber vielleicht vor dem verzinken auch schon weich, weil eine Menge Rost zwischen den mehrlagigen Blechen und Schweisspunkten, die gar nicht mehr im darunterliegenden Blech verbunden waren, weil bereits weggerostet.
    Ich hab mal einen gebrauchten Hilfsrahmen wieder hergerichtet (der augenscheinlich ganz gut ausgesehen hat, vor allem gegenüber dem originalen von meinem Auto, den ich dann weggeschmissen habe) und mich über die aufgewölbten Bleche (wo mehrlagig) gewundert. Mal mit dem Hammer etwas geklopft und festgestellt, daß das Blech nur noch hauchdünn war, drunter alles Rost, das Blech drunter, samt den Schweisspunkten gar nicht mehr vorhanden. Mit dem Schweisspunktfräser hab ich auch nur noch ins "Leere" gebohrt.... alles auf der Oberseite. Auch wenn es heisst, dies sei gar nicht zulässig, hab ich dann die Bleche grosszügig ersetzt und fahre heute damit rum.
    Ich bin davon überzeugt, dass viele von den noch existierenden "guten" hinteren Hilfsrahmen in Wirklichkeit strukturell richtig angegriffen sind, auch wenn es nicht danach aussieht.
    Das mit dem Pulvern, egal ob jetzt Kunststoffbeschichten, oder Pulverlackieren (ist das wirklich gemeint?) ist alles nur äusserlich. Innen drin wird das am Korrosionsproblem dieser Rahmen nichts ändern. Die rosten von innen her. Da ist so viel mehrlagiges Blech und Hohlräume, damit ist das Verderben unweigerlich mit hinein gebaut. Was hier nur helfen könnte ist Wachs, Owatrolöl, Fluidfilm.... was fettiges, kriechendes, was auch in die Hohräume und Blechlagen reinwandert.

    Gruß. Martin.
    Geändert von Norton (18.11.2017 um 19:11 Uhr)
    Jung sein ist doch keine Frage des Alters!

Themeninformationen

Users Browsing this Thread

Es betrachten im Moment 1 Benutzer dieses Thema. (0 Mitglieder und 1 Gäste)

Ähnliche Themen

  1. Hilfsrahmen hinten Schraube abgerissen :-(
    By Gast in forum Karosserie
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 13.08.2008, 22:18
  2. Schraube abgerissen
    By Mini-Max87 in forum Karosserie
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 28.10.2007, 12:18
  3. entlüfternippel abgerissen.....
    By NoUseForAName in forum Fahrwerk
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 07.10.2006, 16:27
  4. Schraube abgerissen, Hinterer Rahmen. Hilfe!
    By DerTobi in forum Fahrwerk
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 03.08.2006, 21:37
  5. ganz ganz Doofe frage...
    By Asphalt in forum Motor
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 05.04.2003, 13:12

Forumregeln

  • Du darfst keine neuen Themen erstellen
  • Du darfst nicht Antworten erstellen
  • Du darfst keine Anhänge posten
  • Du darfst nicht deine Beiträge editieren
  •