In den 60er Jahren war der Finne Rauno Aaltonen am Steuer eines Austin Mini erfolgreich. Mehr als 40 Jahre später erinnert sich der Sieger der Rallye Monte Carlo von 1964 und 1965 an seine schönsten Erfolge.
Erinnern sie sich noch an Ihre erste Rallye Monte Carlo im Mini?
"Ja, das war 1962. Es war meine erste Rallye Monte Carlo überhaupt. Ich hatte zuvor den BMC-Sportchef Stuart Turner angerufen, den ich von den Sommerrallyes her kannte, und nach einem Auto für die Rallye Monte Carlo gefragt. Er hatte bereits zwei Wagen gemeldet, mit Geoff Mabbs und Pat Moss als Fahrern. Weil die Meldefrist fast schon abgelaufen war, wurde ich offiziell Beifahrer von Mabbs, tatsächlich aber saß ich am Steuer."
Wie waren Ihre ersten Eindrücke?
"Erstmals wurde damals der Mini Cooper in einer größeren Rallye eingesetzt. Und das Auto ging überraschend gut. Ich hatte nicht erwartet, dass es beim ersten Einsatz schon so zuverlässig sein würde. Immerhin lagen wir wenige Sonderprüfungen vor Ende der Rallye auf dem zweiten Platz im Gesamtklassement."
Was ist dann passiert?
"Ich hatte einen Unfall. Es war trocken, ich war nicht zu schnell, aber touchierte an einer engen Passage mit der linken Seite die Felswand und flog von der Straße. Das Auto hat sich sechsmal überschlagen und ist dann explodiert. Möglicherweise war die Rechtslenkung der Grund für meinen Fahrfehler, ich weiß es nicht. Der Beifahrer kam zuerst aus dem Auto, ihm ist nichts passiert."
Was hat Ihnen am Mini Cooper am meisten gefallen?
"Als ich das Auto zum ersten Mal sah, dachte ich, es müsste wohl ungeheuer handlich sein, mit den Rädern außen an den Ecken. Und so war es dann auch. Das Team hat Auto und Motor hervorragend vorbereitet. Alles, was innerhalb des Reglements erlaubt und möglich war, wurde auch wahrgenommen. Mein Mini Cooper von 1962 hatte eine andere Nockenwelle von einem Rundstreckenauto und damit wahrscheinlich 85 PS. Auch das Getriebe war wohl etwas anders übersetzt als im Serienfahrzeug. Natürlich musste man die relativ bescheidene PS-Leistung ausgleichen und den Berg runter schneller fahren als die Konkurrenz. Das ging mit dem leichten Mini aber auch sehr gut."
Es gehörte aber auch exzellentes Fahrkönnen dazu...
"Als Erfinder des Linksbremsens hatte ich im Mini Cooper große Vorteile. Ich habe das 1958 entwickelt, als ich von den Autos mit Heckantrieb erstmals auf den frontgetriebenen Saab wechselte. Anfangs habe ich in Kurven immer große Löcher in den Schnee gemacht, weil ich geradeaus gerutscht bin. Die Kollegen sagten dann feixend zu mir, es gäbe da in der Mitte einen Hebel, mit dem könne man bremsen. Aber der Einsatz der Handbremse erschien mir nicht logisch, weil es besser ist, beide Hände am Lenkrad zu haben. Deshalb habe ich auf dem Saab das Linksbremsen entwickelt, das den zusätzlichen Vorteil hat, dass beim Bremsen mehr Last auf die Vorderachse kommt. Die anderen Fahrer konnten das nicht so gut. Auch nicht, als ich später den Mini fuhr."
Was haben Sie sich damals für den Mini Cooper am meisten gewünscht?
"Größere Räder! Wir hatten immer Reifenprobleme. Die kürzeste Sonderprüfung während der Rallye Monte Carlo führte nur über zwölf Kilometer. Aber bereits danach war die komplette Lauffläche wegradiert. 13 Zoll-Reifen wären sehr viel besser gewesen. Zwölf Zoll hätten schon genügt. Aber es ging nicht."
Waren die kleinen Räder nicht auch im Schnee ein Nachteil?
"Nein, denn wir hatten mit Abstand die besten Reifen. Wir sind damals auf finnischen Winterreifen gefahren. Die finnische Reifenindustrie war mit der Entwicklung von Haftreifen um Jahre voraus. In Finnland gibt es keine hohen Berge, deshalb gibt es auch keine Schneeketten. Also entwickelte man die Haftreifen. Damit waren wir den Konkurrenten total überlegen. Später kamen noch die Spikes dazu. Aber die haben sich oft auf trockener Straße überhitzt und sind dann rausgeflogen."