Das interessiert mich jetzt aber, wie das funktioniert mit 2 Einspritzungen pro Motorzyklus.
Dass es funktioniert steht ja außer Frage, aber wie das Timing hierfür ist ...
Meine Überlegungen und die Ausgangsdaten (SPI) sind:
- Ventilsteuerzeiten Einlass: EÖ 9°vOT, ES 41°nUT => 230°
- Gemischbildungszeit (von Einspritzung bis das Gemisch im Zylinder angekommen ist) bei gegebenem Hubraum, Querschnitt und Länge des Ansaugtraktes (Circa-Werte)
Eine Überschlagsrechnung ergibt, dass Einlasssteuerzeiten und Gemischbildungszeiten sehr ähnlich sind (klingt schonmal plausibel), und zwar
38ms @ 1000 U/min
13ms @ 3000 U/min
6 ms @ 6000 U/min
Schlussfolgerungen:
- Der Einspritzzeitpunkt muss deutlich nach Beginn des Ansaugtaktes der inneren Zylinder (2 & 3) liegen, um die "Gemischsäule" auf die äußeren und inneren Zylinder gleichmäßig aufzuteilen. (Die beiden äußeren Zylinder (1 & 4) saugen unmittelbar nach den inneren an und zünden.)
- Damit die äußeren Zylinder auch etwas von dem eingespritzten Kraftstoff abbekommen, und nicht nur Luft ansaugen, schließen die Einlassventile der inneren Zylinder bevor die Gemischsäule komplett von den inneren Zylindern aufgesaugt wurde.
- Ein kürzerer Ansaugkrümmer verkürzt die Zeit des Gemischs im Ansaugtrakt (klar, steht nur eine kürzere Strecke zur Verfügung). Wenn der Einspritzzeitpunkt statisch und die MEMS unverändert ist heißt das, dass die äußeren Zylinder prozentual weniger Gemisch abbekommen und dafür etwas mehr Luft ansaugen.
- Somit laufen die äußeren Zylinder magerer und die inneren fetter. Dies müsste der standardmäßigen Verteilung, bei der die äußeren fetter sind, entgegenkommen und zu einer gleichmäßigeren Verbrennung führen.
Über Feedback zu den Überlegungen würde ich mich freuen. Vielleicht liegen ja konkrete Werte für den Einspritzzeitpunkt vor, die diese Gedanken stützen (oder evtl. zunichte machen) - bin gespannt.
Rainer