Der Schweißvorgang alleine betrachtet dauert schon etwas länger als mit Schutzgas. So über den Daumen gepeilt etwa 1/3 bis 1/2 der Zeit mehr. Man sollte also nicht in Hektick sein, wenn man autogen schweißt. Das Heften zu anfang ist wirklich das zeitaufwendigste. So lange wie im Film, muss man aber nicht unbedingt waren. Bei mir geht es etwas schneller. Nach dem Heften kann dann durchgeschweißt werden und das gibt die saubere Naht, die dann außerdem noch dicht ist.
Ich habe es beim Schutzgasschweißen z.B. noch nie geschafft eine Naht wirklich dicht zu bekommen. Karosserieblech schweißt man ja auch immer nur im Pilgerschritt. Punkt an Punkt ist irgendwann zu, aber nicht zwangsweise dicht. Und spätestens beim Glattflexen tauchen immer wieder einzelne Stellen auf, die ich dann nachschweißen musste. Abgesehen von der meist beidseitigen Flexerei, die nicht nur laut sonderen auch dreckig ist, kostet mich das deutlich mehr Zeit als der längere Schweißvorgang. Außerdem gehen von solchen Undichtigkeiten dann gerne zukünftige Risse aus. Bei vielen Stellen sicherlich nicht unbedingt relevant, aber eine lange Naht am Bodenblech oder auf einem Seitenteil arbeitet schon ziemlich und sollte eben absolut dicht und rissfrei sein.
Etwas mehr Zeit geht auch für die Vorbereitung drauf. Beide Bleche sollten wirklich super auf Stoß liegen. Beim Schutzgasschweißen kann man da schon mal den ein oder anderen größeren Spalt überbrücken und zubraten.
Für mich das schlagende Argument sind aber die sehr geringen Nacharbeiten, die dichte Schweißnaht und deren Flexibilität.
so long
der Doc