Zitat
Ich vermute, eine Radmutter hat 8.8
'Normalerweise' 10.9, eher 12.9.
Weniger der Zugfestigkeit wegen sondern wegen des besseren Korrosionsschutzes des Stahls. Unbehandelte, sprich phosphatierte 8.8er-Schrauben bekommt man nach einem Winter eher selten wieder auf.
Andererseits hatte ich letztens einen originalen Radbolzen vom Mini mit der Feile bearbeitet. Und der Erfahrung nach ist das nichtmals 8.8er-Güte 
Aber ich könnte mit dem Ding mal eine Härteprüfung machen.
Zum Thema Edelstahl... ich halte da ebenso nix von.
Einerseits wegen der nicht ausgeprägten Streckgrenze des Edelstahls - wir reden ja von A2-A4-Güten, d.h. 1.4301 und 1.4401
Man kann es sich im Prinzip Laienhaft wie Gummi vorstellen.
D.h. er dehnt sich zu jedem Zeitpunkt der Belastung stärker als ein entsprechend oben aufgeführter hochwertiger Radbolzen-Schraubenstahl.
Ausserdem haben wir weitere Probleme:
A2 und A4-Edelstahl korrodiert in salzhaltiger Umgebung.
Grob gesagt entsteht aus dem Tausalz eine Chlorverbindung (Salzsäure HCl?), die den Stahl regelrecht zersetzt. Nicht binnen 14 Tagen. Aber nicht umsonst wird in Schwimmbädern (zB. bei Deckenabhängern) kein A2 oder Material verwendet. Dort nimmt man hochkorrosionsfesten Edelstahl (1.4571 o.ä.).
Und falls mal wieder irgendwo ein Deckenabhänger im Schwimmbad runtersegelt: Da hat der Bauleiter gepfuscht und sollte schnellstmöglich das Weite suchen.
Ausserdem verrecken die Radbolzen aufgrund der el. chem. Spannungsreihe erst recht schneller, weil sie unedler sind. Das Nervigste daran ist zB. daß die Radbolzen an den Muttern festbacken.
Warum es trotzdem funktioniert? Weil die Karren meist nur
Schönwetterkisten sind.
Soweit die technischen Bedenken. Aber jeder ist letztlich selber groß.
Und letztlich haben die 4 Bolzen im Zweifel jeweils max. 100kg Zugbeanspruchung zu halten. Mehr ganz sicher nicht. Und das werden die ja irgendwie schaffen. Eine M8 8.8er hat eine Zugfestigkeit von ca. 3 Tonnen.