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Job und Spaß? Gibts nicht mehr. Oder gabs nie.
Der Meinung bin ich schon lange. Das, was einem der Berufsberater als Weisheiten vorbetet (Job muß Spaß machen) ist die größte schwachsinnige Lüge, die man der unbedarften Jugend antun kann.
Ein Job muß so effizient sein, daß man sich entsprechende Hobbies als Ausgleich leisten kann.
D.h. im Klartext für die unorientierten Kiddies hier (und generell): Liegt euren Erzeugern so lange wie möglich auf der Tasche, geht studieren und fängt mit ~25 das RICHTIGE Leben an.
Dann steigt man nach Feierabend sorgenlos in seinen SLK (oder was vergleichbar Chickpulltaugliches) und geniesst den Abend bei After-Work-Partys, während der ungelernte Sägewerksarbeiter nach der 10h-Buckelei noch als Pizzabote jobbt, um überhaupt über die Runden zu kommen. So sieht die Realität aus.
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Ich habe diese Woche mal darüber nachgedacht, der Automobilindustrie "Tschüß" zu sagen.
Grund: eigentlich ist es so, dass es verdammt viel Spaß macht, ne Karre zu entwickeln. Auch wenn es keine super-duper high sophisticated high tech Karre ist.
Das wird aber erfolgreich durch die Organisation der Autohersteller verhindert. Dabei ist jeder Autohersteller gleich. Aber so wie es aussieht, ist das in anderen Industriezweigen nich anners... also doch selbstständig...
Super...glaubst du woanders isses besser? Fast jeder Arbeitsplatz, der im auch nur im entferntesten etwas mit Metallverarbeitung zu tun hat, hat mit anzunehmender Sicherheit etwas mit dem Automotivekram zu tun.
Das Harmloseste ist noch der Kac*-Iso 9000ff-Kram.
Bei den Automotivekaspern kannst du dich noch mit dem Produkt identifizieren. Du kannst deinen Kumpels (oder viel wichtiger bei Bewerbungsgesprächen) sagen: "Hier! An DEM Auspuff hab ICH die Krümmerschelle ganz allein entwickelt!"

Ich kann nur sagen: Kuck mal, dafür hab ich die Verpackungsmaschine gebaut... Wenn auch technisch anspruchsvoller als fast jedes Auto, erzeugt das bestenfalls ein mitleidiges Lächeln bis hin zum teilnahmslosen *gäääähn*
Meine Tätigkeit wird u.a. als Betriebsmittelkonstrukteur beschrieben.
D.h. der Personalfuzzi denkt bei dem Begriff eher an einen umgeschweißten Schraubendreher als an komplexen Maschinen für locker 6-Stellige Eurobeträge. 
Genauso wie der Werkzeugmacher für unbedarfte Entscheidungsträger Inbusschlüssel biegt und Gabelschlüssel aus dem Vollen fräst.
Was natürlich vollkommener Humbug ist. Er baut die Werkzeuge, damit alle auf der Welt erdenklichen Produkte darauf entstehen.
Ich durfte mich heute wegen einer albernen Gewindebohrmaschine mit unserer allwissenden Müllhalde äh ich meine unserem altgedienten Facharbeiter 1h runstreiten, weil der Kasper derart verbohrt und zugenagelt ist, daß man dem auf der Straße erstmal eine hätt' runterhauen müssen, damit der wieder normal wird.
Nur weil er nicht blickt wie es funktioniert, heisst das nicht automatisch, daß der Kram nicht funktioniert.
Es ist erstaunlich wie eine ausserordentlich gut funktionierende Maschine in kürzester Zeit derart verfriemelt werden kann, daß gar nix mehr prozesssicher funktioniert. 
Kurz und gut: Bei den Automotive kann sich jeder was unter deiner Tätigkeit vorstellen. Stellst du dich zB. bei Porsche vor, weiß man dort gleich was du tust. Überall sonst muß man erst seine Tätigkeit erklären und dann blickt's erst niemand...
Oder anders: Lerne mit dem Chaos zu leben. Automotive ist absolut krisensicher und zukunftsorientiert. Auch wenn es schwer nachvollziehbar ist.
Thema Selbstständig: Darüber mache ich mir schon seit 'ner ganz langen Weile Gedanken...
Problem: Die lukrativen -großen- Märkte werden von den großen und etablierten Unternehmen bedient. Was bleibt, sind Nischenprodukte.
Hier ist aber ein hohes Risiko, da man nicht weiß, ob alles reibungslos bzw. ob es überhaupt funktioniert.
Oder supisupiwauwau-Tolle innovative Produkte. Die Chance damit am Markt zu bleiben sind für einen Rookie in der Gegend bei 0 anzusiedeln.
Entweder wird der Markt von den 'Großen' durch Dumpingpreise vernichtet oder jemand anders baut etwas rein zuuufällig ähnliches für weniger Geld.
Und dann is genauso Babbela.
Ich habe zusehen 'dürfen', wie ein Bekannter mit seiner Innovation regelrecht ausgebootet wurde. Er hat eine kleine Startup-Firma bei seinem Chef aufgemacht. Der Sohn vom Scheff war bei ihm Teilhaber.
Alles Bestens....plötzlich ging die Auftragslage zurück, die Firma in die Insolvenz. Der Chef hat den kleinen Laden gnädigerweise aufgeschnupft. Tja und plötzlich brummt die Kiste wieder....
Ja, und der Bekannte darf seine Schulden beim Chef abarbeiten und hat sämtliche Rechte an seinen Produkten abgeben müssen.
So geht das... 