Zitat
Das Problem ist, daß wir im Moment von Lehrern und Rechtsanwälten regiert werden, die ohne jegliche Praxiserfahrung agieren.
Es geht in den Betrieben noch weiter. Und DAS ist das Hauptproblem der Arbeitslosigkeit.
Fakt ist, Firmen werden von Betriebswirten regiert.
Ein Betriebswirt rechnet einem auf einen Bruchteil eines Cents auf zig Jahre Produktlebenszyklus aus, was das Produkt kostet, wenn man es wo wie produziert. Ist ja ganz nett, was so eine Datenbank nicht alles hergibt.
Das Problem fängt an, wenn dann wegen etwas geringeren Kosten die Produktion ins Ausland verlagert wird. ZB. bei Neuanläufen.
"Etwas geringer" beziffer ich auf unter 100 Euro pro Sattelzug!
Klar, 100 Euro ist auch Geld. Aber Hallo?!? Kein Betriebswirt könnte auf die Idee kommen, daß wenn die Produktion hier angesiedelt wird, sich zB. die Personalnebenkosten verringern, da zB. eine Frau am Band einen deutlich geringerwertigen Arbeitsplatz als der Herr Betriebswirt hat.
Von den Lohnkosten ganz zu schweigen.
Die direkten Lohnkosten am Endprodukt liegen wegen mir je nach Aufwand bei 10-20%. Mehr nicht. Definitiv.
Und wenn ich als Unternehmer statt 100% nur 90% Gewinn drauf rechne und somit den Laden dort habe, wo das Produkt verkauft wird, sollte das eigentlich der sinnvollere Weg sein.
Um zurück zu kommen:
Früher hat der Unternehmer mit Hirn und Verstand entschieden.
Heute lässt er sich von der Exceltabelle das Blaue vom Himmel lügen.
So und jetzt nochmal zu den Gemeinkosten.
Mein Background: Ich bin innerbetrieblicher Dienstleister und baue Maschinen zur Produktion unserer Produkte. Bin also im gesamten Produktlebenszyklus involviert.
Man glaub ja gar nicht, wieviel -hochbezahlte- Personenkreise nötig sind, um ein Produkt (oder meine Anlagen) entstehen zu lassen.
Mein Standardemailverteiler für eine Konstruktionsfreigabe sind je nach Tageslaune 8-15 Personen. Und diesen 8-15 Personen könnte man den Entwurf hinlegen, keiner wüsste um was es geht, aber stundenlang wird wild rumdiskutiert, mit dem Ergebnis daß man ca. 20-30 verschiedene Meinungen hat und nichtmal annähernd so schlau - aber dafür frustrierter- als vorher ist.
Und das ist das Problem in Deutschland:
Es wird alles zu Tode diskutiert und in der Theorie bis ins Detail zerpflückt, statt einfach nur zu machen. Zu handeln. Produktiv zu sein.
'Etwas' sinnvolle Diskussion im richtigen Personenkreis ist absolut richtig und absolut notwendig zur Lösungsfindung. Aber mir kommt es viel zu oft so vor, als ob nur diskutiert wird um der Diskussion willen.
Interessanterweise werden diese Gehaltsempfänger über Gemeinkostenstellen abgerechnet....
Nebenbei würde man natürlich von diesen Diskussionsteilnehmern NIE jemanden haben, der für irgendetwas seinen Kopf hinhalten würde.
Es ist interessant, daß ausgerechnet die Japaner, die mit deutlich höheren(!!!) Lohnkosten als hier gesegnet sind, uns die lange Nase zeigen und Gewinne einfahren ohne Ende. Das Problem ist: Die Qualität stimmt auch noch...
Bestes Beispiel Toyota:
Über Qualität der Produkte braucht man nicht diskutieren.
Jedoch ist es so, daß dieser Laden als einiger in der ganzen Automobilbranche Gewinne in satter Milliardenhöhe einfährt.
Fazit:
Deutsche diskutieren für ihr Leben gern - Japaner handeln.
Und ganz nebenbei kommen die ersten Unternehmer aus Tschechien wieder zurück....weil Betriebswirte eben doch nur die halbe Warhheit kennen.