Zunächst etwas Geschichte zum Motorknochen und dessen Gummibuchsen.
Bei den MKI Modellen kam bis 1962 eine Kombination aus ein-und zweiteiligen Gummibuchsen mit Stahlhülse zum Einsatz. Das einteilige Gummi war im Durchmesser größer und hatte einen umlaufenden Bund, der im ebenfalls größeren Knochenauge in einer entsprechenden Nut gelagert war. Diese Seite zeigte zur Quertraverse/Spritzwand. Auf der Motorseite war das bekannte zweiteilige Gummi verbaut.
Nachfolgend wurden nur noch zweiteilige Gummibuchsen mit Stahlhülse verbaut.
Im Zubehör gab es zur Verschlimmbesserung auch noch konische Buchsen aus Kunststoff, Stahl, Alu, um dem Gummi mehr Vorspannung zu geben. Je nach Hersteller der Gummibuchsen und somit verschiedenen Gummimischungen haben diese Varianten noch kürzer gehalten als das Original, da das Gummi unter der erhöhten Vorspannung aufgegeben hat.
1996 kam die letzte Version, die einteilige Knochenbuchse mit einvulkanisierter Stahlhülse und etwas festerem Gummi.
Aber auch dieser Version ist nicht ewiges Leben beschert, doch es gibt Alternativen
...das Stoßdämpfergummi des VW Käfers (und mittlerweile dessen Nachbauten).
Die originale Ausführung 111413381A ist neu nicht mehr erhältlich, Es gibt Nachbauten wie z.B. von JP GROUP oder Bomex . Mein Favorit ist das Gummi von Bomex, das ist im Durchmesser nicht zu groß und etwas weicher als das Original bzw. die JP Group Variante. Letztere ist aus relativ hartem Gummi und dürfte sehr widerspenstig beim Einbau sein, außerdem ist es etwas zu breit.
JP GROUP 8142150100 Gummi: Durchmesser 30mm / Breite 25mm / Lochdurchmesser 12mm
Bomex Gummi: Durchmesser 30mm / Breite 21mm / Lochdurchmesser 10mm
Der Einbau:
Zunächst wird die Stahlhülse auf einer Seite in "Bullet-Nose" Form gebracht. Entweder mit einer Ständerbohrmaschine und einem Schleifgerät (Uffbasse!!) oder klassisch am Schraubstock mit einer Feile. Den Schaft der Buchse kann man bei dieser Gelegenheit noch etwas aufhübschen, nicht aus kosmetischen Gründen, sondern damit die Buchse leichter durch das Gummi rutscht.
Das Knochenauge sollte man auf einer Seite mit einer Fase versehen, damit sich das Gummi später besser hinein pressen lässt.
Nun werden Gummi und Auge gut gefettet und im Schraubstock eingespannt. Darauf achten, daß alles gut zentriert ist, also die Buchse vor dem Auge, sowie Buchse und Knochen im Schraubstock, damit nichts verrutscht. Am Besten ganz am Rand der Backen einspannen, damit man ggfs. am Knochen hin und her wackeln kann.
Nun den Gummirand in das Auge drücken, bissl ein und vorgespannt und den Rest mit einem Flachschraubenzieher hineinschieben. Vorsicht, dabei rutscht man schon mal ab...
Dann das Gummi soweit möglich einpressen.
Jetzt sieht das Ganze so aus
Eine passende Nuß (so groß wie das Auge des Knochens) auf der anderen Seite ansetzen und das Gummi so weit eindrücken, daß der Kragen ganz herauskommt.
Jetzt die Stahlbuchse genau vor der Bohrung im Gummi ansetzen, alles gut gefettet. Den Schraubstock zudrehen und die Buchse einpressen. Hier darauf achten, daß die Buchse nicht verkantet und die Bohrungswand abschält.
Unter Zuhilfenahme von einem Dorn wird die Stahlhülse ganz in das Auge gepresst. Damit die Buchse mittig zentriert werden kann, auf der anderen Seite eine kleinere Nuß ansetzen, so kann die Buchse dort eintauchen.
Fertig sieht das Ganze dann so aus
Es mag vielleicht keinen Schönheitspreis gewinnen, aber die Dauerhaftigkeit dieser Lösung ist Gewinn genug.
Der Aufwand beträgt mit etwas Übung ca. 30-40 Minuten für einen Knochen. Bedenkt man, wie schwer man z.B. bei einem MPI an die Knochenbefestigung herankommt, dann ist das doch gut investierte Zeit.
Viel Erfolg!