Eine richtige Antwort auf diese Frage zu finden ist sehr schwer.Es ist besonders deshalb schwer, weil es auch voraussetzt,
a) 5Gang Getriebe unter starken Motoren gefahren zu haben
b) Rennsporterfahrung zu haben(um tatsächlich zu wissen,wovon die Rede ist)
c) Möglichst sogar 5Gang Getriebe im Rennen eingesetzt zu haben
Unter dieser Prämisse ist bisher ausschließlich 'WilliamsMpi's Beitrag ein brauchbarer.
Und da 5Gang Getriebe 'historisch' untersagt sind, ist das Folgende ebenfalls nur durch 'a)' und 'b)' 'getrübt' ! Das ist zu beachten.
Zu beachten ist aber auch, daß es keine endgültige Aussage gibt, und beide Varianten haben ihren Vorzug und ihre Probleme.
Und vornweg ist zu bedenken, daß nur von existierenden Getrieben die Rede ist. Theoretisch wäre natürlich ein ganz neues Getriebe denkbar, welches nur die Abmessungen des vorhandenen Gehäuses nutzt, innen aber völlig anders aufgebaut ist.
Die folgenden Überlegungen in loser Reihenfolge, ohne daß die Wichtigkeit die Reihenfolge bestimmte.
--5 Gänge vor dem Endabtriebe erlauben kleinere Gangsprünge. Das ist gut.
--Der 5. Gang links des Abtriebs hat vor dem 1:1 größere Sprünge, kann aber durch das Anpassen der Endübersetzung (kürzer), ein aktiver Fahrgang sein.
--In diesem Falle wären die verbleibenden Zahnradbreiten rechts der Endübersetzung deutlich breiter und mehr Zahnflankenfläche wäre aktiv beteiligt.
--Die kürzere Endübersetzung in der 'overdrive'-Version hat ein größeres Abtriebsrad auf der Hauptwelle, was ganz gewiß ein großer Vorteil ist.
--Ebenfalls wären alle anderen Teile (Gangradlager) 'rechts' größer.
--Der 5. Gang links hat mehr mechanische Verluste und verlangt eine außerordentliche gute Lagerung, die nicht bei allen erhältlichen Versionen gut ist.
--Es muß immer auch die Gesamtübersetzung (Gangrad- und Endübersetzungverhältnis) betrachtet werden.
--Bei der Überlegung 'welches ?' muß auch immer das 'Wofür' überlegt werden:
"Wieviel Plätze verliere ich beim Start gegen wen ?"
"Wie schnell sind die wieder zurückzuüberholen, und welche Zeit verliere ich dabei auf die Spitze ?"
"Welchen Vorteil habe ich mit meinen engeren Gangsprüngen, bei langem 1. Gang, während des Rennens, und wie paßt diese Übersetzung überhaupt zum Streckenprofil ?"
Und Obiges ist bei weitem nicht alles, was zu bedenken ist !
Und Obiges verlangt präzise Aufschriebe über Jahre bei auch wechselnden Witterungsbedingungen.
Beispiel:Wer bei Näße aus der Dunlopkehre (N/Ring GP-Kurs) langsamer herauskommt und im folgenden AUDI S sowieso nicht voll stehenlassen kann, der kommt unter Umständen je nach Kubikzahl und Motorleistung vor der Yokohama-Kurve oben gar nicht mehr in den 4. Gang, geschweige denn in den 5. .
Und das Gleiche im Trockenen ist 100%ig etwas Anderes.
Und wieviel Zeit/Meter kostet mich tatsächlich ein zusätzlicher Schalter oder lupfe ich für 100Meter und 'segele' gelupft auf Höchstdrehzahlniveau um eine Schaltpause zu vermeiden ?
Zeigt allein dieses kleine Beispiel auf, wie komplex die Materie ist ?
Die alte Frage::"Ist der MINI so weit entwickelt, daß er davon Vorteile haben kann, oder braucht er viel wichtiger andere Verbesserungen ?"
Wenn die Frage 'Ja' ist, dann muß mindestens aus obiger Liste nur entscheiden werden:"Auf welchen Vorteil lege ich mehr Wert ?" und "Mit welchem Nachteil kann ich leben ?"
Im Grunde muß die Verwendung von 5 Gängen immer ein Vorteil sein. So oder so !
Andreas Hohls