Zur Erklärung:
1. (Und da ist der Ausgangspunkt !) Ein Fernsehsender möchte im Rahmen einer wie auch immer geplanten Serie (in Bezug auf Stil und Ausrichtung) etwas ausstrahlen können und fertigt dazu ein Drehbuch in Absprache mit der ausführenden Truppe.
Also Redakteur hat eine Idee oder die Werkstatt oder wer immer.
Dann wird besprochen, wie man diese 'Geschichte' umsetzen kann (das Drehbuch).
Dann wird ein Basisfahrzeug nötig, welches evtl. beim Händler oder von privat gekauft wird, in der Story, weil's besser paßt, vielleicht aber ein Erbstück ist.
Die ausführende Werkstatt/Truppe hat dafür ein Budget vom 'Sender'.
Innerhalb dieses Budget muß sie das Fahrzeug kaufen, den Teilebedarf feststellen und erwerben und die Arbeit machen.
Wenn also die Werkstatt etwas verdienen möchte, muß Sie die Teile möglichst günstig bekommen.
Dazu werden Händler angesprochen, ob sie das Projekt sposoren wollen.
Bei einem Teiletopf von 'X' - Euro, zieht dann vielleicht ein Händler 'Y'-Euro ab und verlangt weniger als nötig.
Das kann solch ein Händler aus verschiedenen Beweggründen tun:
a) Er will gerne in's Fernsehen.
b) Er wünscht die Nennung seiner Firma im Fernsehen.
c) Er freut sich, daß der MINI in diesem Medium behandelt und beachtet wird.
d) Von a-c überall ein bißchen mit unterschiedlich hohen Anteilen.
Und eben deshalb verlangt er weniger als nötig, weil einer dieser obigen Aspekte ihm wichtig genug ist.
Voraussetzung ist natürlich, daß
a) Der gesamte Stil nicht so schlimm ist, daß man im Vorfeld schon Rufschädigung erwarten und befürchten muß (Richter Engelhardt Sendungen nachts um 03.30Uhr)
b) Das zu erwartende Endprodukt seriös zu werden scheint
c) Das Material überhaupt ab Lager vorhanden ist, weil das bei Fernsehgeschichten immer 'von jetzt auf gleich' geht (siehe vorherige Schilderung. Mit erst Beschaffen geht da nichts, das muß alles aus dem Stand verfügbar sein)
So, und wenn Obiges zur Deckung zu bringen ist, dann klappt es .
Ist der angesprochene Händler zu wenig interessiert und 'spendiert' nicht genug, klappt das nicht von Seiten der Promotion Firma.
Sind die Nebenumstände oder die finanziellen Abwicklungen nicht korrekt und durchsichtig genug, dann klappt das nicht von Seiten der Händler.
Und s o war es gemeint. Diese Werkstätten haben bestimmt keine einfache Arbeit und verdienen ein hartes Brot.
OHNE es zu wissen:
-- Wer weiß, wie oft bestimmte Einstellungen wiederholt werden müssen !?
-- Wer weiß, wieviel tatsächlich p r o S t u n d e erwirtschaftet wurde, wenn man unter dem Strich zusammenrechnet.
Und Eines ist sicher, TV Produktionsfirmen gießen nicht das Füllhorn der finanziellen Wohltaten aus. Da wird die Arbeit schon recht stramm kalkuliert werden müssen.
So, mit aller Mühe um's gewußte und vermutete Detail möglichst neutral berichtet.
Andreas Hohls
Und noch 1 P.S.: Zwischen Privatsendern und den öffentlich rechtlichen besteht da schon ein spürbarer Unterschied !
Ein ZDF-Mann (Redakteur mit Kameramann und Tonmenschen) sagte vor kurzer Zeit im Gespräch (sinngemäß aber fast wörtlich):"Nee, nee, faken kommt bei uns nicht in Frage ! Wir berichten immer ein Story. Wenn es so läuft, wie geplant, dann ist das eine Story. Klappt es nicht, dann hat das ja auch wieder Gründe, und dann berichten wir das. Denn das ist dann ja auch wieder eine Story."
Soetwas verlangt sehr viel Respekt ab und schafft wieder Vertrauen in mediale Nachrichten- oder Geschichtenübermittlungen.