Die Frage ist recht einfach zu beantworten.
Jedoch muß zuvor geklärt werden, ob es um mittelbare oder unmittelbare Leistungssteigerung geht, bzw. ob es um Drehmoments- oder PS-Steigerung geht.
Da überwiegend in 'PS' gedacht wird, gehe ich einmal davon auch aus.
Unmittelbar hat die Endübersetzung keinen Einfluß auf die Leistung, da sie weder unmittelbar noch mittelbar an der Verbrennung teilnimmt.
Somit war die Endübersetzung im angesprochenen ersten Beitrag auch als 'Tuning'maßnahme und nicht als Leistungssteigerung empfohlen worden.
Mittelbar kann die Endübersetzung schon einen Einfluß auf die PS-Leistung haben, da 'PS' nur ein rechnerisches Resultat aus Drehmoment und Drehzahl ist.
Wenn aber die Endübersetzung so lang gewählt wird, daß der Motor nicht genug Kraft hat, das Paket 'Auto' ('MINI') in einen entsprechenden Drehzahlbereich im direkten 4. Gang zu beschleunigen, dann fehlt im 4. Gang auch die PS-Leistung.
Aber das nur als kleinen Exkurs in Bezug auf die gutgemeinte Frage.
Wieder bei der hier die Leser interessierenden Alltagsfrage angekommen, hat die Endübersetzung des speziell MPIs eine ganz andere Bedeutung.
Sie wurde von ROVEr nicht gewählt, weil ROVERs Ingenieure dachten: "Genau die muß ein solcher MINI haben".
Absenkung der Emissionen in jeder denkbaren Richtung war das Hauptziel und ein gesetzliches Muß zur ABE-Erteilung für den 'XN'.
Diese längste aller MINI-Endübersetzungen, die es sonst nur in Automatik-MINIs gab, führt aber in der gelebten Praxis zu einem MINI, der bis ca. 100KM/H noch erstaunlich lebendig ist.
Wenn aber der Luftwiderstand eintritt, dann tut er sich sehr schwer.
Wer dem MINI dann den Gefallen tut, die Gesamtübersetzung in vernünftigen Grenzen zu ändern (weil das Steuergerät auf hohe Drehzahlen nicht programmiert ist) , der gibt ihm nicht nur einen längeren Hebel für die o.g. Aufgabe 'auch gegen den Luftwiderstand angemessen in Bewegung zu setzen'.
Der erlaubt ihm in der Regel gleichzeitig (!!) eine höhere Endgeschwindigkeit zu erzielen.
Gemeint ist natürlich im Fahrbetrieb und nicht 1-mal im Jahr die Kasseler Berge hinunter.
Die oft verbeitete Mär:"Kürzere Endübersetzung ist bessere Beschleunigung zu Lasten der Höchstgeschwindigkeit" stimmt nämlich nicht.
Sie stimmt nur dann, wenn man so kurz geht, daß der Motor seine Höchstdrehzahl erreicht hat, bevor die erzielbare Höchstgeschwindigkeit anliegt.
Innerhalb eines gewißen Fensters also, kann man die Höchstgeschwindigkeit sehr wohl steigern, weil mittels 'längerem Hebel' besser gegen Luft-- und Abrollwiderstände ankommend.
Den Preis den man bezahlt ist einer in Bezug auf den Restkomfort.
Die Drehzahl steigt und damit der Geräuschpegel.
Andreas Hohls
P.S.: Und selbstverständlich, wenn man richtig gelesen hat, stimmt dieses nicht für die Autos, denen mittels anderer Leistungssteigerungen ermöglicht wurde, auch bei einer nicht sehr sinnig langen Endübersetzung trotzdem das im ECU festgelegte sinnvolle Drehzahlband nach oben zu erreichen.
Dieser letztgenannte Weg ist allerdings für den Durchschnitts-MINI-Fahrer ein eher nicht gewünschter, da der zu investierende Aufwand in jeder Hinsicht unverhältnismäßig hoch ist.
Der Durchschnittsfahrer ('rinnen' eingeschloßen) zieht es vor, mit möglichst wenig Mitteln den bestmöglichen Erfolg zu erzielen.