Zitat von mein_kleiner_pe
....Begründung: "Wenn der Druck am geringsten ist muss er die maximale Leistung haben"
Hat das mal jemand gemacht? Ist das ok zum Einstellen des Vergasers?
Auch wenn´s OT ist, versuche ich mich mal mit einer Erklärung.
Grundsätzlich stimmt diese Begründung erst einmal.
Wenn ein Motor bei voll geöffneter Drosselklappe seine Maximal- oder besser Nenn-Leistung erreicht hat, ist die Strömungsgeschwindigkeit im Ansaugtrakt am höchsten.
Je höher die Strömungsgeschwindigkeit, desto geringer der Druck. (frei nach: Bernoullisches Gesetz aus der Strömungslehre/Aerodynamik)
Steigt die Drehzahl des Motors dann weiter an, bleibt die Strömungsgeschwindigkeit trotzdem gleich, da wegen verschiedener Umstände (Luftfilter, Kanalform/Querschnitt, Ventile etc.) einfach nicht mehr geht und die Leistung wird wieder abfallen.
Messen läßt sich dieser Druck, aber einen Vergaser danach einstellen kann man nur sehr bedingt. Mann könnte (theoretisch) unter Last mit verschiedenen Düsenkombinationen so lange testen, bis man dann bei Volllast und Nenndrehzahl den niedrigsten Druck im Ansaugtrakt (= höchste Leistung) misst, fragt sich nur, ob der Motor das übersteht oder wärend der "Abstimmungsfahrten" einen "thermalen Supergau" erleidet
.
Außerdem sagt die Abstimmung auf Höchstleistung bei Nenndrehzahl nichts über die Abstimmung wärend der Beschleunigung aus. Und die ist mindestens genauso wichtig.
Da wurde mal wieder ein Thema in einer Fernsehsendung "mundgerecht" aufbereitet
, um dem "Durchschnittszuschauer ohne technischen Background" eine kurze "Erklärung" für das zu geben, was er da gerade sieht.
Das Thema Vergaserabstimmung ist ein viel zu komplexes Thema und würde einen Kurzbeitrag innerhalb einer 45 Min. Sendung bei weitem sprengen
.
Selbst ein schlecht abgestimmter Motor erreicht ohne Last seine Nenndrehzahl (hoffentlich ohne Schaden). Unter Last (Fahrbetrieb) ist die "Abstimmung" dann trotzdem "für die Katz".
Eine (optimal) passende Abstimmung lässt sich daher nur, entweder auf einem Motorprüfstand (z.B. mit Wasser- oder Wirbelstrombremse) oder idealerweise (im Auto eingebaut), auf einem Rollenprüfstand erreichen.
Gleichzeitig benötigt der Prüfstandbetreiber viel Erfahrung mit dem verwendeten Motor/Vergasertyp.
Dabei kann man natürlich auch den Druck im Vergaser messen.
Der ist aber nicht sehr aussagekräftig, da ein großer Motor mit großem Ansaugtraktquerschnitt die gleichen Strömungsgeschwindigkeiten (= gleicher Druck) im Vergaser erreichen kann, wie ein kleiner Motor mit kleinem Ansaugtraktquerschnitt
. Trotzdem wird bei beiden die Leistung deutlich unterschiedlich sein.
Gruß, Diddi