Für das Entfernen der Farbe kann ich Dir keine Stunden sagen. Das habe ich immer mal wieder, je nach Lust und Laune gemacht. Geh aber mal davon aus, dass Du für das Abschleifen bis aufs Blech doppelt bis dreimal so lange brauchst.
So long
der Doc
Für das Entfernen der Farbe kann ich Dir keine Stunden sagen. Das habe ich immer mal wieder, je nach Lust und Laune gemacht. Geh aber mal davon aus, dass Du für das Abschleifen bis aufs Blech doppelt bis dreimal so lange brauchst.
So long
der Doc
Jeder der meine Fortschritte beim Radford-Projekt verfolgt, hat sich nun schon ziemlich lange gedulden müssen. In der Fliegerei würde man das durchaus als Strömungsabriss bezeichnen. Nun ja, in den letzten Monaten gab es noch ein anderes Projekt, das meine gesteigerte Aufmerksamkeit verlangt hat. Besagtes Projekt hat ein paar stabile Wände, ein solides Dach und steht zu meiner Freude auch noch direkt am Wasser. Ladläufig bezeichnet als Immobilie.
Am Radford habe ich mich zwischenzeitlich den dreckigeren und lauteren Arbeiten gewidmet. Das Wetter macht es mir jedoch nicht so ganz einfach. Erst lange Zeit sacken kalt und dann innerhalb weniger Wochen so extrem heiß, dass das körperliche Arbeiten nicht wirklich Spaß macht. Daher geht es aktuell nur im Schneckentempo voran.
Irgendwann kommt bei einer Restauration der Zeitpunkt, da muss man eine solide Grundlage für einen späteren Lackaufbau schaffen. Und da der Radford schon mehrfach neu eingefärbt wurde, gab es einiges zu entfernen. Ich bin inzwischen ein großer Fan von Heißluftpistole und Schaber. Ab einer gewissen Lackdicke lässt sich die erhitzte Farbe samt Grundierung und Spachtelschichten recht gut abschaben. Der große Vorteil dabei ist, es macht keinen Lärm und es staubt nicht. Und hinterher lässt sich alles prima zusammenfegen. Vor der letzten Lackierung in Schlumpf-Blau hat sich aber jemand schon große Mühe gegeben und außen alle alten Lackschichten heruntergeschliffen. Leider hat er mit ziemlich grober Körnung gearbeitet. Damit ging das Schaben auch nicht so leicht von der Hand wie ich das von früheren Restaurationen her kenne. Und so habe ich mich Sektionsweise an der Karosserie vorgearbeitet. Ein weiterer Vorteil zum Schleifen ist, dass man prima in die kleinen Ecken und Kanten reinkommt und sie mit dem Schaber super schnell metallisch blank bekommt. Aber dennoch gibt es natürlich andere Arbeiten die deutlich angenehmer sind.
so long
der Doc
Alternativ kannst Du auch die Hohlschraube von der externen Ölleitung verwenden (hat dasselbe Gewinde) und von einer anderen alten Ölleitung das Endstück abschneiden. Von da aus kannst Du schlauchmäßig Deine eigene Kreaivität walten lassen. Du solltest aber auf dem Weg zum BKV unbedingt ein Rückschlagventil mit einplanen ![]()
so long
der Doc
Schreibst du eigentlich mit, wieviel Arbeitsstunden in dieses Auto fließen? Wäre interessant zu wissen.
Wie bei meinen bisherigen Miniprojekten dokumentiere ich nicht nur die Arbeitsstunden sondern auch was ich wann wie gemacht haben. Da ich ja so vergesslich bin, brauche ich die ganzen Aufzeichnungen, falls ich mal eine Arbeit wiederhole.
Für den Fall, dass ich es noch nicht erwähnt habe, auf den Fotos kann man es zwar eigentlich erkennen, aber sowohl das Lenkrad als auch alle Holzteile vom Armaturenbrett habe ich draußen im Garten lackiert. Ich habe zwar eine Lackierpistole aber eine Kabine habe ich nicht.
Ich will damit nur sagen, wenn ich das im Garten lackieren kann, kann das auch jeder andere .![]()
so long
der Doc
Es ist nun schon eine Weile her, seitdem ich hier zuletzt ein Update gepostet habe. Aber gut Ding will Weile haben und luxury Ding noch viel mehr. Die Lackschichten haben nun genügend Zeit zum Durchhärten gehabt, sodass das finale Finishing anstand. Alle Holzteile dazu mit 1500er Körnung nass geschliffen. Hierbei hat sich als extrem vorteilhaft gezeigt, dass ich sowohl die Kanten als auch alle Ausschnitte für Instrumente und Schalter einerseits braun lackiert habe, plus dem zusätzlichen Klarlack. Denn beim Nassschliefen bleibt das Wasser nicht nur auf der Oberfläche. Gibt es in Kanten oder Ausschnitten ungeschützte Stellen, zieht die Feuchtigkeit in das Holz und wandert unter das Furnier. Wenn dieses aufquillt bleibt das auch uneben, wenn es später wieder getrocknet ist. An der Handschuhfachklappe habe ich dagegen die Bohrungen mit Zahnstochern verschlossen.
Nach dem Schleifen haben ich dann in verschiedenen Polierdurchgängen den finalen Glanz geschaffen. Und dann ging es endlich an das Zusammenbauen. Um es mal auf Englisch zu sagen: I’m quite satisfied ![]()
so long
der Doc
Hi Dieter, das mit dem Fangband wurde bei vielen britishen Fahrzeugen, und so auch bei Radford, deutlich eleganter gelöst ![]()
Um eine Radford-würdige Lackoberfläche auf den Holzteilen zu erreichen, ist noch einmal mehr Geduld und Ausdauer gefordert, als bei all den anderen Arbeiten. Und die Details machen nun einmal am Ende den Unterschied. Nachdem ich die Holzteile bereits dreimal in mehreren Schichten mit Klarlack lackiert hatte, geht es nun langsam an das Finish. Zuvor gab es aber noch ein anders Problem zu lösen. Während bei einem normalen MK1 und MK2 Mini die Anzahl Schalter in Cockpit mit zwei Stück sehr überschaubar ist, hat der Radford schon deutlich mehr Schalter. Diese sind von Radford jedoch genauso wenig beschriftet, wie jene ab Werk. Somit habe ich bis heute immer noch einen Kippschalter im Original-Armaturenbrett, dessen Funktion ich nicht zuordnen konnte. Mittlerweile gibt es Schalterbeschriftungen von restaurierten Radfords mit weißer Schrift. Die hat für mich einen zu harten Kontrast. Und mit schwarzer Schrift. Die kann man aber kaum erkennen. Eines edlen Radfords würdig und passend zum Lenkrad sollte es goldene Schrift werden. Während man vor 20 Jahren in jedem Schreibwarenladen problemlos Rubbelbuchstaben bekommen konnte, ist das im heutigen Digitalzeitalter schon eine Herausforderung. Insbesondere wenn man auch noch goldene Schrift sucht. Ich habe letztendlich eine Quelle in den USA gefunden, von der ich nach knapp 2 Monaten Lieferzeit die gewünschte Schrift bekommen habe. Damit habe ich vor dem hoffentlich letzten Lackierdurchgang alle Schalter beschriftet.
Und da auf der Folie noch weitere Schriftgrößen vorhanden waren, habe ich auf der Innenseite der Handschuhfachklappe noch eine völlig unoriginale Verzierung hinzugefügt. Hätte aber auch ein Kundenwunsch sein können
. Es ist übrigens echt schwer den Glanz einer lackierten Oberfläche fotografisch einzufangen.
so long
der Doc
Stück für Stück setzt sich das Armaturenbrett-Puzzle zusammen, damit es am Ende wie aus einem Guss aussieht. Dazu gehört auch die korrekte Positionierung der Handschuhfachklappe. Bei Möbeln ist das recht einfach. Tür dranschrauben und über das Scharnier in alle Richtungen einstellbar. Bei der Handschuhfachklappe bzw. dessen Scharnieren geht das leider nicht. Also gilt es die Befestigungslöcher absolut präzise zu positionieren. Dafür habe ich mir eine Papierschablone erstellt, um damit die Löcher exakt zu bohren. Naja, bohren ist ein bisschen übertrieben. Der verfügbare Platz erlaubt es gerade mal mit einem Ratschenschlüssel und Bohrer mit 6-Kant Aufnahme mühsam die Löcher in das Holz zu leiern.
Frohen Mutes habe ich die Klappe montiert, um dann mit großer Überraschung festzustellen, dass sie viel zu tief im Ausschnitt sitzt
. Also nach Gefühl die Löcher ein bisschen weiter vorne nochmals „gebohrt“. Leider war das mit dem Gefühl auch wieder nichts, denn jetzt saß die Klappe zu weit draußen. Langsam wurde es blöde. Loch an Loch und hält doch nicht
. Mit eingeklebten Zahnstochern habe ich alle Löcher wieder verschlossen. Im nächsten Versuch habe ich die Löcher zwischen die Zahnstocher gesetzt. Und das hat nun endlich gepasst. Im geschlossenen Zustand sitzt die Klappe genau auf einer Linie mit den umliegenden Holzelementen. Warum das mit der Schablone nicht geklappt hat, weiß ich bis heute nicht. Aber gut, Versuch macht Kluch ![]()
so long
der Doc
Als nächstes habe ich mich um die Lackierung und das Finish des Lenkrades gekümmert. Rohes gebeiztes Holz muss auf jeden Fall in mehreren Durchgängen lackiert werden, inklusive Zwischenschliff. Da die Beize meist die Fasern vom Holz aufstellt, war beim ersten Lackierdurchgang mit vier Schichten kein glattes Ergebnis zu erwarten. Beim anschließenden Schleifen waren die Lackschichten auch schnell wieder durchgeschliffen. Dementsprechend musste ich auch an vielen Stellen nachbeizen. Beim zweiten Lackierdurchgang mit ebenfalls vier Schichten war das Ergebnis schon deutlich besser.
So wie ich beim Broadspeed dem Lenkrad ein besonderes Finish in Form eines Bürstenmusters auf den Speichen gegeben hatte, so sollte auch das Radford Lenkrad etwas Besonders bekommen. Anstatt eines Bürstenmusters habe ich mich diesmal für einen dünnen goldenen Streifen auf dem dunklen Holz entschieden. Die Herausforderung war hier jedoch, wie bringe ich diesen Streifen gleichmäßig auf den Holzkranz? Auch hier hat mir mein altes DJ-Equipment gute Dienste geleistet. Nur das diesmal nicht die Platten herhalten mussten, sondern der Plattenspieler. Darauf habe ich das Lenkrad exakt mittig ausgerichtet und fixiert, um dann mit einem ebenfalls fixierten Bleistift eine umlaufende Linie zu ziehen.
Entlang der Linie habe ich mit feinem Linierklebeband drei exakt aneinander liegende Streifen geklebt, um dann den mittleren wieder zu entfernen. So hatte ich den umlaufenden und gleichmäßigen Streifen beidseitig abgelebt.
Mit einem „Brush-Pen“ habe ich die Goldfarbe aufgetragen. Als nächstes habe ich die seitlichen Abklebungen entfernt und den dritten und finalen Lackierdurchgang gemacht. Auch hier habe ich wieder 4 Schichten 2k Klarlack aufgetragen. Das Ergebnis ist genauso geworden, wie ich es haben wollte. Es war nicht mal ein Polieren der Oberfläche nötig.
Hi doc,
schau mal evtl. von Interesse.....der hat noch weitete Radford goddies im Angebot
Gruß und Rock on...
Hi Dieter,
danke für den Hinweis und den Link. Die Beschilderung liegt bei mir bereits, erworben bei letztem Besuch in UK. Wie bei Dir auch, sind mir die britishen Ebay Versandkosten plus Zoll echt zu hoch.
so long
der Doc
Nun war es an der Zeit mich auch dem Lenkrad zu widmen. Die meisten Radford Minis haben zu dem Holzarmaturenbrett auch ein Holzlenkrad. Mir ist jedoch aufgefallen, dass nur ganz wenige Radfords Holz-Lenkräder haben, die vom Farbton her zum Holz des Armaturenbrettes passen. Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber aus meiner Sicht muss so ein Luxusmini von seiner Ausstattung her schon stimmig sein, um wirklich edel auszusehen.
Ich habe mich für ein Radford-typisches Formula Lenkrad entschieden, welches ich schon bestimmt 15 Jahr in einem anderen Mini gefahren habe. Das war beim Einbau schon gebraucht und ist mit den Jahren natürlich nicht besser geworden. Aber der Spaß besteht ja im Aufarbeiten.
Als erstes habe ich das Holz mit Aluminium-Klebeband abgeklebt und die Speichen an der Poliermaschine wieder zu neuem Glanz verholfen. Dann habe ich die frisch polierten Speichen abgeklebt und das Holz gründlich geschliffen, bis alle Lackreste und Verschmutzung entfernt waren.
Bei dem Holz für das Armaturenbrett hatte ich bereits erwähnt, dass ich dieses mit dunkler Nussbaum-Beize behandelt habe. Dieselbe Beize habe ich auch für das Lenkrad verwendet. Auch wenn das ursprüngliche Holz am Lenkrad deutlich heller war als das Furnier vom Armaturenbrett, hat die Beize das Lenkrad nun farblich ziemlich gut an das Armaturenbrett angepasst.
so long
der Doc
Ein reines Handschuhfach aus Pappe entspricht nicht unbedingt dem luxuriösen Anspruch eines Radford Kunden. So hat das originale Handschuhfach innen eine Beschichtung oder Beflockung. Man kann natürlich versuchen diese irgendwie nachzumachen. Heutzutage gibt es aber einfachere Alternativen, denen ich mich an dieser Stelle bedient habe. Ich habe eine Klebefolie mit Microfaser-Beschichtung verwendet. Diese ließ sich recht einfach auf die einzelnen Papp-Elemente aufkleben und hat eine sehr edle Haptik.
Im Original sind die Elemente miteinander vernietet. Ich habe allerdings keine passenden Nieten auftrieben können, deren Kopf groß genug ist, um nicht durch die Pappe gezogen zu werden. Stattdessen habe ich sehr flache Verschraubungen gefunden, mit denen heutzutage im Büro wichtige Dokumente zusammengeheftet werden. Der Vorteil, man kann die Anpresskraft der Teile mithilfe der Verschraubung selber bestimmen. Und da es sie auch passend in Schwarz gibt, hat mir das die Arbeit deutlich erleichtert.
Hier nun der direkte Vergleich zwischen meinem Nachbau und dem Original. Der Eigenbau war sowohl von den Materialkosten als auch vom Aufwand her sehr überschaubar. Ein neues Papp-Handschuhfach für einen Jaguar liegt aktuell zwischen 200 und 250€. Da freut sich das Heimwerkerherz.
so long
der Doc
Nun geht es weiter mit Behind the scenes oder besser behind the Dash. Eine Handschuhfachklappe macht natürlich nur Sinn, wenn es dahinter auch ein Fach für Handschuhe gibt. In den 60ern war es üblich die Handschuhfächer aus Karosseriepappe zu erstellen. Diese findet man in diversen Jaguars, Triumphs und MGs. So hatte auch der Radford ein Handschuhfach aus Karosseriepappe. Der Unterschied war nur, dass man dieses heute nicht mehr nachkaufen kann, wie bei den oben genannten Serienfahrzeugen. Das Angenehme ist jedoch, dass der Nachbau nicht sonderlich aufwendig ist, sofern man eine Vorlage hat. Anhand des originalen linken Handschuhfaches konnte ich mir Schnittmuster aus Backpapier erstellen, mit deren Hilfe ich ein passendes rechtes Handschuhfach nachbauen konnte. Schneiden lässt sich die Pappe recht einfach mit einer Blechschere. An Knickkanten hilft beherztes Anreißen und leichtes benetzen mit Wasser. An größeren Radien helfen eine Schablone und etwas Wasser. Im Prinzip ist es ähnlich wie die Bastelarbeiten in der Grundschule. Nur ist das Material fester und es lohnt sich besonders präzise zu arbeiten.
so long
der Doc
Der nächste Schritt lässt sich bedenkenlos als „Showdown“ bezeichnen. Nun galt es das trockene und in Form gebrachte Leder so exakt zu positionieren und zu verkleben, dass alle vorgeformten Bereiche genau an der richtigen Stelle sitzen. Es durfte nirgendwo Materialüberschuss entstehen, den der führt zur Faltenbildung. Ausserdem gibt es beim Kleben immer nur einen Versuch. Denn wenn der Kontaktkleber erst einmal zugepackt hat, gibt es sogut wie keine Korrekturmöglichkeit mehr. Also musste jeder noch so kleine Arbeitsschritt mit sehr viel Bedacht erfolgen. Der Weg ans Ziel startet hierbei von der Mitte aus. Bedeutet sowohl die Mitte zwischen links und rechts als auch zwischen oben und unten. Und immer nur in kleinen überschaubaren Schritten das Leder verkleben. Die erste Klebung habe ich mittig am Schalterpanel gesetzt, jeweils bis in die erste Kante hinein zwischen oben und unten.
Dann habe ich mich über die Ausschnitte für Handschuhfach und Instrumententräger bin in die linken und rechten Ecken vorgearbeitet.
Erst dann habe ich begonnen das Leder um den oberen Sichtschutz, den unteren Prallschutz und die Seiten zu verkleben. Bei jeder Klebung musste der Kontaktkleber erst einmal 15-20 min antrocknen, bevor ich das Leder auf dem Untergrund positionieren, spannen und verkleben konnte. Nach ganzen 7 Stunden war das Leder endlich komplett mit dem Untergrund, um jede Kante und in jeden Ausschnitt hinein verklebt.
so long
der Doc
Ganz herzlichen Dank für all Euren Zuspruch zum Beziehen des Instrumententrägers. Das dafür benötigte handwerkliche Geschick war allerdings noch eher im unteren Level
. Eine ebene Fläche mit ein paar abgerundeten Ecken war eher als Warmup im Umgang mit dem Leder anzusehen. Deutlich größere Herausforderungen hatte ich bei dem nächsten Teil zu bewältigen.
Den gesamten Armaturenbrettträger mit seinen dreidimensionalen Kanten, Ausschnitten und Formen mit einem Stück Leder faltenfrei zu beziehen ![]()
Wie schon erwähnt, ist das Leder recht gut formbar, wenn es nass ist. Also habe ich es erst einmal ordentlich mit Wasser getränkt, bzw. sich vollsaugen lassen. Währenddessen habe ich für die linke und rechte Ecke jeweils eine Passende Pressform aus Holz zugeschnitten. Mit zahlreichen Klammern und Grippzangen habe ich das nasse Leder überredet seine zukünftige Form entlang aller dreidimensionalen Konturen anzunehmen. Da das Leder in dem nassen Zustand ja ohnehin noch nicht verklebt werden kann, sind Korrekturen solange möglich, bis alle Falten eliminiert sind und nirgendwo mehr Materialüberschuss besteht. So darf das Leder erst einmal ausgiebig trocknen.
so long
der Doc
Wie zuvor bereits erwähnt, sagt mir die Radford-seitige Wahl zu schwarzem Kunstleder am gesamten Armaturenbrett nicht zu. Überall anders wurde im Innenraum feinstes Leder verarbeitet, sogar an den Teppichkanten, nur eben nicht am Armaturenbrett.
Somit habe ich begonnen den Instrumententräger als erstes Teil vom Armaturenbrett mit Leder zu beziehen. Besonders mag ich dabei die faltenfreie Formbarkeit, wenn man das Leder nass macht. Bei dem Instrumententräger kommt das noch nicht so zum Tragen, macht die Arbeit aber auch hier einfacher. Vorsichtig muss man bei den Fixierungsmaßnahmen sein. Klammern oder Klipse hinterlassen im nassen Leder abdrücke, die nur schwer bis garnicht wieder zu entfernen sind. Daher arbeite ich viel mit dünnen Holzspateln. Nach dem Trocknen und anschließenden Verkleben des Leders bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
so long
der Doc
Nun geht es erst einmal mit dem Armaturenbrett-Träger weiter. Im Bereich des Handschuhfaches muss noch ein bisschen was ergänzt werden. Einerseits benötigen die Scharniere für die Handschuhfachklappe eine stabile Basis in die man sie reinschrauben kann. Andererseits braucht der Schnapper der Handschuhfachklappe auch ein Gegenstück in das er einrasten kann. Wie im Original ist an der Unterkante vom Handschuhfach-Ausschnitt eine Holzleiste angebracht. Im Original ist die Leiste relativ lieblos zurechtgeschnitten und von hinten an den Armaturenbrett-Träger geschraubt. Ich habe die Holzleiste der gebogenen Kontur des Trägers angepasst, sodass sie sauber mit der Kante vom Ausschnitt abschließt. Zur Befestigung habe ich sie nicht nur geschraubt sondern zusätzlich auch geklebt.
Das Bracket für den Schnapper war im Original mit viel zu langen und unterschiedlichen Schrauben im Träger befestigt. Ich hab mir die Mühe gemacht zwei gleichlange und passende Schrauben rauszusuchen ![]()
. Analog zu den Türleisten habe ich die Schraubenköpfe wieder so bearbeitet, dass sie auch mechanisch im GFK gehalten werden und nicht mitdrehen können.
so long
der Doc
Ich mag es wenn das Holz so richtig schön dunkel ist. Am besten so, dass es bei geringem Licht fast schon schwarz wirkt und erst durch den Lichteinfall zu einem dunklen Braunton wird und seine Holzstruktur zeigt. Daher habe ich das ohnehin schon relativ dunkle Nussbaum-Wurzelholz noch einmal mit dunklem Nussbaum gebeizt. Durch Klarlack wird das Ganze dann noch einmal dunkler.
Ich habe dann auch die erste Schicht 2K Klarlack aufgetragen. Offensichtlich war ich etwas aus der Übung und war beim Lackauftrag etwas zu optimistisch. Das Ergebnis war leider eine feine Blasenbildung in Bereichen, in den der Klarlack etwas zu dick aufgetragen war. Das war erst nach dem Trocknen erkennbar.
Meine große Sorge war nun den Lack wieder runter zu bekommen, ohne nochmals das Holzfurnier zu beschädigen. Dann hätte ich nämlich schon wieder drei Teile neu furnieren müssen. Schleifen braucht man dafür garnicht erst in Betracht zu ziehen. Es ist nämlich kaum möglich nur den Lack abzuschleifen, ohne dabei das Furnier zu beschädigen, bzw. durchzuschleifen. Aber meine Heißluftpistole hat mir wieder gute Dienste geleistet. Damit habe ich den noch relativ frischen Lack erwärmt und mit einem Schabemesser abschälen können. Die wenigen verbliebenen Lackrückstände auf dem Holz konnte ich dann vorsichtig von Hand schleifen und so die Grundlage für einen erneuten Lackierversuch schaffen. Also nochmal Glück gehabt.
so long
der Doc
Nachdem der Holzleim genügend Zeit zum Aushärten gehabt hat, stand wieder die Stunde der Wahrheit an. Und dieses Mal hat es geklappt. Das Furnier ist nicht verrutscht und hat sich wunderbar flächig mit dem Untergrund verbunden. Als unterste Auflagefläche hatte ich eine Glasscheibe verwendet. Diese bietet einerseits eine absolut ebene Fläche und Klebereste bzw. herausquellender Leim geht mit der Glasscheib keine Haftung ein.
Als nächste konnte ich die Kanten schön zurechtschleifen. Dabei habe ich sie leicht angeschrägt und kleine Radien an den Ecken erstellt. Damit kann ist die Leiste später besser in ihre Vertiefung in der Türverkleidung einzubetten.
Abschließend habe ich alle Armaturenbrett-Teile sowie die Leisten auf der Rückseite komplett mit brauner Farbe bestrichen. Diese dient als Schutz für das Holz gegen Dreck und Feuchtigkeit. Es langt nicht sich nur um die Vorder- bzw. Sicht-Seite zu kümmern. Bleibt das Holz auf der Rückseite unbehandelt, schlägt das irgendwann bis auf die Vorderseite durch und beschädigt Furnier und Lack.
so long
der Doc
Da ein Radford nicht nur im Armaturenbrett Holz hat, sondern auch an den Türverkleidungen, habe ich die Holzleisten für die Türverkleidungen auch gleich gebaut. Da ich aktuell weder Türen noch Verkleidungen habe, habe ich die grundsätzlichen Maße anhand von Fotos ermittelt und mir passende Leisten zurechtgeschnitten. Alles andere kann ich später ja passend drum rum bauen. Für die Leisten habe ich auch wieder dünnes Multiplex Buchenholz verwendet, wie schon für das Armaturenbrett. Seitens Radford gab es bei diese Holzleisten meist keine sichtbaren Befestigungsschrauben. Bei zahlreichen restaurierten Fahrzeugen gibt es jedoch unterschiedliche Befestigungensvarianten mit sichtbaren Schrauben. Da ich die schraubenlose Variante schicker finde, musste ich mir natürlich vorher überlegen, wie ich das realisiere. Ich habe vor dem Furnieren Senkkopfschrauben in das Holz eingesetzt. Die Köpfe habe ich an beiden Seiten abgeflacht und ins Holz eingelassen, sodass die Schrauben auch eine formschlüssige Verbindung mit dem Holz bekommen, die ein mitdrehen verhindert.
Um das Furnier trotz Schrauben flächig pressen zu können habe ich jeweils einen separaten Holzklotz mit passenden Löchern für die Schrauben versehen, die Platz für die Gewinde boten . Bei den dünnen Leisten war es besonders wichtig beide Seiten gleichzeitig zu furnieren, um hinterher keine Banane, sondern eine schön gerade Leiste zu haben. Zum Pressen habe ich wieder meine Plattensammlung missbraucht.
so long
der Doc
Nachdem alle Kanten in Form gebracht waren, mussten natürlich auch die Ausschnitte für Schalter und Kontrollleuchten ins Furnier geschnitten werden. Für die Kontrollleuchten ist es unerheblich wie dick das Holz ist in dem sie später sitzen. Bei den Schaltern ist das was anderes. Die Länge des Gewindes gibt vor wie dick das Material sein darf, um sie später noch verschrauben zu können. Die Lucas Schalter sitzen normalerweise nur in einem dünnen Blechpanel, das Holz hat mit Furnier schnell 7-9 mm Dicke. Mit einer Oberfräse habe ich auf der Rückseite Ausschnitte gefräst, in die jeweils die Schalter versenkt werden können. Das habe ich erst nach dem Furnieren gemacht, damit nicht in den hinterfrästen Bereichen der Anpressdruck für das Furnier zu gering wird.
Ein weiterer Trugschluss, der sich über diverse Furnier-Videos und Anleitungen im Netz durchgezogen hat, ist dass man angeblich auf ein beidseitiges Furnieren der Holzstücke verzichten könne und die Holzstücke ab 5 mm Dicke flach bleiben würden. Das hat sich definitiv nicht bestätigt. Auch die kleinsten Holzstücke haben sich durch das einseitige Furnieren verbogen. Das mit Leim verklebte Furnier zieht sich beim Trocknen etwas zusammen und verbiegt dadurch sein Trägermaterial. Daher sollte man auch bei kleinen Stücken immer die Vorder- und Rückseite gleichermaßen furnieren.
In meinem Fall kam mir das aber zugute, da das gesamte Armaturenbrett von links nach rechts ohnehin in einer leichten Biegung verläuft und die Krümmung nun genau passt. Bei der Handschuhfachklappe war das etwas schwieriger. Diese ist doppelt so dick, wie die restlichen Holzelemente. Dazu habe ich zwei dünne Holzstücke separat furniert und erst später miteinander verleimt. Beide Stücke waren natürlich gegenläufig gekrümmt. Mit Schraubzwingen und ein paar unterschiedlich hohen Holzstreifen hat die Klappe aber die gewünschte Kontur des Armaturenbrettträges angenommen.
so long
der Doc